Das Ziel immer wieder forcieren

Ein Segelschiff ist unterwegs auf dem Atlantik mit dem Ziel Panama. Alle Seemänner sind bestens gelaunt und freuen sich auf den Trip. Doch es gibt einige Störfaktoren, die die Crew beeinflussen und gedanklich vom Ziel abbringen. Zuerst kam Streit auf innerhalb der Crew, dann wurde auch noch jemand seekrank und ein anderer musste ihn pflegen. Der Koch stellte fest, dass der Nahrungsvorrat falsch berechnet wurde. Ein Zwischenstopp würde nötig sein, um noch einmal einzukaufen. Das wirkt sich natürlich auch auf den Benzinvorrat aus, man muss nochmal tanken – nur wer soll das bezahlen? Die Crew murrt, denn jeder soll in die Tasche greifen, um zu den Extrakosten beizutragen. Abgesehen davon ist das Schiff in eine Strömung geraten, die es ab vom Kurs abbringt. Die Segler müssen hart arbeiten, schwitzen, Nachtschichten schieben. Doch irgendwann kommen sie in dem Hafen von Florida an, wo Sie den Zwischenstopp machen. Florida! “Auch schön!”, denkt sich ein Seemann und verkündet kurzerhand, dass er die Crew verlassen und in Florida bleiben wird. Ein zweiter schließt sich ihm an. Der Kapitän mahnt, dass man nur mit voll besetzter Crew weiterfahren kann, doch die beiden lassen sich nicht umstimmen. Deshalb macht sich der Kapitän auf die Suche nach 2 neuen Seemännern. Gott sein Dank findet er sie. Nachteil, sie verstehen kein Wort Deutsch. Die Männer stechen in See. Kaum losgefahren, gibt es auflandige Winde, die drohen das Schiff auf die Sandbänke zu treiben. Haarscharf und mit viel Müh schaffen es die Männer. Nach einer Woche segeln kommen Sie endlich an.

Ich hätte jedes andere Beispiel nehmen können, wo es darum geht etwas zu erreichen. Segeln hat aber etwas abenteuerreiches, was mir gefällt und was ich auch in meinem Leben empfinde. Oft sind unsere Lebensgewässer unbekannt und bedrohlich wie das offene Meer. Die kleine Story soll zeigen, dass es viele, oft unvorhersehbare Ereignisse gibt, die uns abhalten, unser „Panama“ zu erreichen. Bei jeder Herausforderung, die wir auf uns nehmen, sollten wir aber sogar davon ausgehen, dass nicht alles glatt läuft. Dass eben diese Schwierigkeiten auf uns zukommen werden. Das ist ganz normal und gehört dazu. Diese Annahme ist für einige schon der Grund, gar nicht aufzubrechen. Eine Bekannte sagte einmal zu mir, dass Sie nicht in größere Städte fahre, weil Sie Angst habe, keinen Parkplatz zu finden.

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Sie spürte zwar im Inneren die Sehnsucht mal die Füße vor die Tür zu setzen, mal was Neues zu machen – woanders einkaufen zu gehen, aber die Angst vor der Ungewissheit, vielleicht auch fehlendes Selbstvertrauen oder Unerfahrenheit, halten Sie auf und lassen Sie die bekannten, vertrauten Wege gehen, die sie kennt und wo sie in Kontrolle ist. Dort gibt es wenige Überraschungen, alles ist kalkulierbar – aber auf der anderen Seite ist da aber auch wenig Abwechslung. Leben wir nicht davon Neues zu entdecken, Herausforderungen anzunehmen? Wir wachsen doch auf diese Weise, oder nicht?

Um unterwegs zu sein, nach Panama aufzubrechen, muss man also erst einmal seine Ängste und Zweifel hinter sich lassen und losfahren. Dann geht es darum, Kurs zu halten. Immer wieder muss ich auf die Seekarte gucken und mich fragen, bin ich noch auf Kurs? Als ungeübter Seemann muss ich vielleicht erst mal ein Seminar besuchen, das mir das Seekarten lesen beibringt, sonst wäre jeder Aufbruch in See waghalsig und zum Scheitern verurteilt. Dann muss ich lernen, mit den Schwierigkeiten umzugehen und vor allem das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Die Kraft der Hindernisse ist manchmal so stark, dass Sie unsere volle Konzentration rauben. Wir verlieren das Ziel aus den Augen und laufen Gefahr Kurs abzukommen. 

Ob wir am Ende ankommen oder unser Leben lang auf dem Atlantik rumdümpeln, hängt davon ab, ob wir täglich im Bewusstsein dessen leben, was wir uns als Ziel gesteckt haben und uns danach ausrichten. Meine Bekannte muss aufbrechen und nicht bei dem ersten vollen Parkplatz umdrehen sondern weiter suchen bis Sie einen findet. Ich hoffe so sehr, dass du und ich den Mut haben aufzubrechen und  lernen Kurs zu halten! Was für eine Freude muss das sein wenn man die Taue im Hafen von Panama festzieht und an Land geht!?

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